Stefan Rusconi - Matthieu Michel: Klangfarben und Melodielinien

Tastentage - Musik ganz nah!

Musik | Jazz

Stefan Rusconi hat schon die elektrischen Signale eines Pilzmyzels in Klavierklänge übersetzt. Matthieu Michel dagegen braucht oft nur einen einzigen, lange gehaltenen Ton, um eine Stimmung zu setzen. Nun finden der Zürcher Klangforscher und der Freiburger Trompeter in einer neuen Duoformation zusammen. Was sie unterscheidet, ist sofort zu hören.

Rusconi wurde zunächst mit seinem Trio RUSCONI bekannt. Gemeinsam mit Fabian Gisler und Claudio Strüby spielte er Hunderte Konzerte, veröffentlichte sieben Alben und führte den Jazz immer wieder zu Rock, Elektronik, Geräusch und freier Improvisation. Nach der Auflösung des Trios arbeitete er verstärkt mit Tanz, Film und bildender Kunst. Bei «The Mushroom Piano» wurden kleinste Veränderungen der elektrischen Leitfähigkeit eines Pilzmyzels gemessen und in Klavierklänge übersetzt. Ein passendes Projekt für einen Musiker, der den Flügel nicht als abgeschlossenes System betrachtet.

Nach einer längeren schöpferischen Pause kehrte Rusconi zum Soloklavier zurück. Das 2024 veröffentlichte Album «SOLACE» klingt konzentriert und persönlich. Statt die technischen Möglichkeiten des Instruments auszustellen, richtet er den Blick auf einzelne Töne, leise Veränderungen und die Wirkung des Nachhalls. Für den Spielfilm «KÖLN 75» über die Entstehung von Keith Jarretts legendärem Köln Concert komponierte und spielte er die Klaviermusik ein.

Matthieu Michel kommt aus einer anderen musikalischen Welt. Der in Freiburg geborene Trompeter und Flügelhornist begann mit sechs Jahren zu spielen. Als junger Musiker studierte er bei Americo Bellotto in Wien und Berlin. Seit Jahrzehnten gehört er zu den prägenden Stimmen des europäischen Jazz. Er war Mitglied des Vienna Art Orchestra, nahm eigene Alben mit Richard Galliano auf und ist auf mehreren ECM-Produktionen der Sängerin Elina Duni zu hören. 2016 erhielt er den Schweizer Musikpreis.

Trotz dieser langen Laufbahn klingt bei Michel nichts nach Routine. Sein warmer, klarer Ton ist sofort erkennbar. Er drängt sich nicht vor, sondern gewinnt seine Wirkung aus einer ruhigen Melodieführung und fein gesetzten Akzenten. Rusconis Klavier sucht dagegen Reibung, verändert Klangfarben und behandelt selbst Nebengeräusche als musikalisches Material. Genau dieser Unterschied macht die neue Verbindung interessant. Noch gibt es für dieses Duo keine lange Geschichte und keine vertraute Formel. Ihr erstes Kapitel beginnt mit zwei Musikern, deren Handschriften kaum zu verwechseln sind.

Stefan Rusconi, Klavier
Matthieu Michel, Trompete 

Preise

Ohne Ermässigung:
CHF 55.- Sitzplatz unnummeriert

Gästekarte (Klosters, Davos):
CHF 53.- Sitzplatz unnummeriert

Mitglied (KgK/KPD):
CHF 50.- Sitzplatz unnummeriert

Kind (bis 18 J.):
CHF 35.- Sitzplatz unnummeriert

Veranstalter

TASTENTAGE / Kulturgesellschaft Klosters

Landstrasse 173
7250 Klosters
Schweiz